Wein-Edition 01 / 2010
Weinbau in Steillagen ist ein kulturgeschichtliches Gesamtkunstwerk
Der Weinanbau in Steillagen, die teilweise nur in reiner Handarbeit bewirtschaftet werden können, ist eine Besonderheit für Württemberg,Baden und Mosel.
Der Weinbau auf Mauerterrassen kann auch als kulturgeschichtliches Gesamtkunstwerk bezeichnet werden.
Diese Art des Weinbaus reicht zum Beispiel in Württemberg über tausend Jahre zurück.
Von den über 27.000 Hektar Rebfläche in Baden-Württemberg
sind rund fünf Prozent (ca. 5%) steilste Lagen, die durch
Natursteinmauern trassiert und weitgehend in Handarbeit bewirtschaftet werden.
Der Erhalt der Naturstein-Trockenmauern, die den Verlauf vieler
Täler im Land prägen, sei auch für den Naturschutz besonders wichtig.
Zu dieser faszinierenden Lebenswelt gehören die typischen Weinbergbegleitpflanzen ebenso wie Mauereidechsen, Schlingnattern und verschiedene Schmetterlingsarten.
Das Bearbeiten eines Hektars Flachlage benötigt ca. 250 bis 400 Arbeitsstunden, in den steilen Lagen, die ohne Maschinen bearbeitet werden, sind es bis zu 1600 Arbeits-Stunden pro Hektar. Die Vorteile der Steillage müssen diesen Einsatz aufwiegen: In der richtigen Ausrichtung erhalten die Pflanzen mehr und länger Sonnenlicht, im günstigsten Fall nehmen die Reben auch das vom Fluss (Neckar/Mosel) reflektierte Licht noch auf.
Wirtschaftliches Arbeiten ist nur möglich, wenn die Qualität stimmt und so die höheren Kosten von den Kunden mit höheren Preisen belohnt werden. Überproduktion in den Steillagen schaden dem Image der Steillagen und langfristig dem deutschen Weinbau.
Redaktion: Weinmarktplatz, Thomas Fink