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14.07.2011

Sonderinfo Hagel - Hagelschäden im Weinberg

Was kann man tun bei Hagel und starkem Schädigungsgrad der Laubwand und Verletzungen an Trauben

Schweres  Gewitter  mit  Sturm,  Hagel  und  Starkregen  (bis  65mm)  hat  am  12.  Juli  im  südlichen  und südöstlichen  Bereich  des  Landkreises  Heilbronn  und  teilweise  in  angrenzenden  Teilen  des  Landkreises
Ludwigsburg  zu  erheblichen  Schäden  an  Trauben  Blättern  und  Trieben  geführt. 

Stark  betroffen  sind  die Gemarkungen   und   Gemeinden   ab  Eibensbach   über   GüglingenCleebronn, Bönnigheim, Botenheim, Meimsheim, Lauffen, Kirchheim, Neckarwestheim, Ilsfeld, Beilstein.

Die Stärke der Schäden nimmt von West nach  Ost  zu.  Schwerpunkt  liegt  in  Beilstein,  wo  ca.  20  ha  total  geschädigt  sind.  Die  Traubenschäden  liegen zumeist  bei  10 bis 30%,  teilweise aber auch  noch darüber.  Die  Trauben  sind in  den  schwächer  geschädigten Gebieten  auf  Grund  ihrer  mittlerweile  erreichten  Größe  und  Trägheit  stärker  betroffen  als  das  Laub. 

Die Rebtriebe  haben  auf  Grund  ihrer  mittlerweile  erreichten  Grundhärte  die  Einschläge  besser  verkraftet  als  bei frühem  Hagel.  Wie  sich  in  den  sehr  stark  geschädigten  Bereichen  die  Holzschäden  entwickeln  muss  noch abgewartet werden.  
 
Bei  starkem  Schädigungsgrad der Laubwand stagniert das Rebenwachstum  in der Regel ca.  10-14  Tage. Danach bilden sich wieder Geiztriebe. Die Laubwand begrünt sich wieder, so dass das Holz noch einiger Maßen
ausreifen kann. In wie weit die verbliebenen gesunden Traubenteile ausreifen, muss abgewartet werden.  
 
Pflanzenschutz
Die Erfahrung vergangener Jahre hat gezeigt, dass bei Hagelschäden bis zum Entwicklungsstadium „Kurz vor Weichwerden“ die Verletzungen an Trauben, Blättern und Trieben ohne große Gefahr von Botrytisinfektionen eintrocknen, wenn im Anschluss an das Hagelereignis einige Tage trocken, warmes Wetter herrscht. Allerdings ist  momentan  keine  stabile  Hochdruckwetterlage  in  Sicht.  Wichtig  ist,  die  verbliebenen  Blätter  und  den insbesondere den Neuaustrieb in Punkto Peronospora gesund zu erhalten.
 
Botrytis
In  nicht  erfrorenen,  aber  hagelgeschädigten  Anlagen,  ist  auf  Grund  der  besonderen  Bestandssituation  in diesem   Jahr   (Frostschäden)   und   der   unbeständigen   Wetterlage   eine   Botrytis   Sondermaßnahme   als Vollkaskoschutz  denkbar.  Wer  sich  dazu  entschließt,  sollte  einigermaßen  befahrbare  Bodenverhältnisse abwarten.  Als  Sonderspritzung  genügt  es,  nur  die  Traubenzone  beidseitig  zu  behandeln.  Unter  den  Mitteln
Cantus, Switch oder Teldor ist dann dasjenige auszuwählen, das in dieser Saison noch nicht eingesetzt wurde.
Die Maßnahme ist mit den Vorgaben der Absatzorganisationen in Einklang zu bringen.
 
Peronospora
Hagel  hat  keinen  direkten  Einfluss  auf  Peronosporainfektionen.  Lediglich  der mit  Hagel und  kräftigem Wind kombinierte Starkregen führt   einerseits   zu   gewissen   Abwaschungstendenzen   der   zuvor   applizierten Pflanzenschutzmittel  und  andererseits  zu  günstigen Infektionsbedingungen,  was  eine  Nachbehandlung  in angemessener Zeit nach Abtrocknung der Böden sinnvoll erscheinen lässt.

Komplett  geschädigte  Anlagen  mit  sehr  starkem  Blattverlust  müssen  gegen  Peronospora  weiter  geschützt werden,  damit  über  den  Neuaustrieb  eine  vernünftige  Assimilateinlagerung  und  Holzreife  erwartet  werden kann. Als Mittel für den Laubzuwachsbereich bieten sich hier Kontaktfungizide (Kocide Opti oder Mildicut mit 21  Tagen  Wartezeit)  in  Kombination  mit  Phosphoriger  Säure-Blattdüngern  an. 

Wo  ggf.  noch  Trauben geerntet  werden  können,  ist  die  Maßnahme  auf  die  oberhalb  der  Traubenzone  befindliche  Laubwandhälfte auszurichten und nach erfolgter Wiederbegrünung dann baldmöglichst zu beenden. Die Wartezeiten der Mittel sind immer einzuhalten.
 
Stockarbeiten
a.)     In    wenig    bis    mittel    geschädigten    Anlagen    sollten    bei    evt.    notwendig    werdenden Ertragsregulierungen insbesondere stärker angeschlagene Trauben entfernt werden. Ansonsten gibt es bei diesen späten Hagelereignissen keine weiteren Maßnahmen
b.)     In   stark   geschädigten   Anlagen   mit   sehr   starkem   Blattverlust   sowie   starken   Trieb-   und Traubenschäden  ist  bei  dem  relativ  späten  Hagelereignis  kein  Rückschnitt  der  Triebe  mehr  zu empfehlen. Die Zeit für Neuaustrieb und Holzreife ist zu knapp, um hier noch einen Vorteil in Richtung
gesundes  Anschnittholz  für  2012  erwarten  zu  können.  Das  heißt, momentan  kann  hier  nichts  getan werden,  um  das  Schadensausmaß  zu  begrenzen.  Ein  Tag  nach  dem  Hagelereignis  hatte  es  den Anschein, dass die Einschläge im Triebbereich nur so tief sind, dass ein normaler Rebschnitt im Winter möglich sein wird. Ob sich das so bestätigt, muss abgewartet werden.
 
1-jährige Jungreben

Hagelschläge im Bereich des späteren Stämmchens, die bis zum Kambium gehen, sind nicht akzeptabel. Es wird hier  empfohlen,  sofort  bis  zum  letzten  Einschlag  den  Trieb  zurückzuschneiden.  Der  darunter  sich  bildende Geiztrieb übernimmt dann die Funktion der seitherigen Triebspitze.

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