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13.05.2016

"Regionalität" - Mehrwert für Winzer und Kunden

23. WeinMarketingtag Rheinland-Pfalz: Regionalität braucht Menschen, Emotionen und klare Profile

23. WeinMarketingtag Rheinland-Pfalz: Regionalität braucht Menschen, Emotionen und klare Profile

23. WeinMarketingtag Rheinland-Pfalz: Regionalität braucht Menschen, Emotionen und klare Profile

23. WeinMarketingtag Rheinland-Pfalz: Regionalität braucht Menschen, Emotionen und klare Profile

Vor einem Plenum mit rund 150 Teilnehmern diskutierten Experten aus der Gastronomiebranche und Weinwirtschaft beim 23. Weinmarketingtag Rheinland-Pfalz am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR) in Oppenheim über Regionalität als Mehrwert für den Kunden wie auch für die Weinvermarktung selbst: Wie kann es gelingen über regionale Produkte die Konsumenten emotional zu binden und von der Qualität des Angebot zu überzeugen? Und welche Rolle spielt dabei die Gastronomie als Sprachrohr für den Winzer und die Region?

Otto Schätzel vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück stimmte die Teilnehmer mit einem Blick auf die aktuellen Entwicklungen am Weinmarkt auf den Nachmittag ein: „Wir müssen die konsequente Qualitäts- und Herkunftsstrategie der letzten Jahre weitergehen und so konkurrenzfähig bleiben. Über das Thema Regionalität können wir dem Kunden einen Mehrwert bieten: authentische, echte Produkte und keine Plagiate!“

In ihrem Grußwort rief Staatsministerin Ulrike Höfken vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Energie, Weinbau & Forsten zu einem konzertierten Miteinander aller am Weinmarkt Beteiligten auf, um sich gemeinsam erfolgreich im Lebensmittelhandel zu positionieren. Regionalität könne dabei eine wichtige Orientierung für den Verbraucher sein.

„In einer Welt, die bestimmt wird von Globalisierung, Entfernung von der Landwirtschaft und Zeitknappheit interessieren sich immer mehr Konsumenten für das Regionale und damit für das Authentische, das Verantwortungs- und Umweltbewusste.", bestätigte Bernd Wechsler, Leiter des Kompetenzzentrums Weinmarkt & Weinmarketing Rheinland-Pfalz, der die Moderation des Nachmittags übernahm. Allerdings greift der Ansatz „aus der Region, für die Region“ zu kurz. Beim „Export“ der regionalen Spezialität Wein geht es besonders darum, das Qualitätsimage der Herkunftsregion zu schärfen. Dabei spielt die Winzerpersönlichkeit eine entscheidende Rolle.

Lukas Dudek, Geschäftsführer der Markenagentur „Taste! Food & beverage communication“ in Offenbach reflektierte das Thema Regionalität aus Verbrauchersicht: Er machte deutlich, dass sich Kunden durch den Kauf regionaler Produkte das Lebensgefühl einer Region nach Haus holen wollen. Dabei sei eine Marke, die für bestimmte Werte wie Qualität, Genuss oder Vertrauen steht, ebenso wichtig wie die emotionale Gestaltung der Produktverpackungen. Allerdings findet Wein in den regionalen Produktlinien des Lebensmitteleinzelhandels noch nicht statt: hier stehen bislang Produkte wie Eier, Fleisch, Obst und Gemüse im Fokus.

Matthias Gutzler vom Kompetenzzentrum Weinmarkt & Weinmarketing Rheinland-Pfalz machte den anwesenden Winzerinnen und Winzern klar, dass sie selbst die Hauptverantwortung für das Image einer Weinregion tragen: „Region und Herkunft müssen noch stärker in der eigenen Story verankert werden! Als Winzer können Sie nachhaltig Verantwortung für Ihre Region übernehmen wenn sie die Herkunft für den Kunden spürbar und schmeckbar werden lassen.“ Die Herkunftspyramide nach dem Modell des VDP („je enger die Herkunft, desto höher die Qualität“) bietet die Chance, ein klares Profil zu schaffen. Eine wichtige Multiplikatorenrolle sieht Gutzler dabei bei den Spitzenbetrieben, die immer wieder wichtige Impulse geben und von der Basis unterstützt werden sollten.

Für Philipp Wittmann, Winzer aus Westhofen und Präsident des VDP Rheinhessen sind vor allem die Ortsweine die wahren Botschafter einer Region. Der Verfechter der Herkunftspyramide fordert eine klare konsequente Bezeichnung der Weine mit entsprechenden Produktionsrichtlinien. Nur so könne sich die Typizität einer Region im Wein widerspiegeln. Wittmann setzt dabei auf die Kooperation und den Austausch der Winzer untereinander: „Wir müssen gemeinsam am Profil der Region arbeiten und die gleiche Sprache in der Kommunikation nach außen sprechen.“

Monike Reule, Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI) weiß, dass „Herkunft“ beim Konsumenten ein Kopfkino auslöst, das für die intuitive Kaufentscheidung von entscheidender Bedeutung ist. Sie warf einen Blick auf die strategisch wichtigen Wein-Zielgruppen. Für 80 % der Weinzielgruppe sei die Herkunft des Weines bei der Weinauswahl ein wichtiger Faktor. „Wir müssen mit Herkunft faszinieren!“, rief Reule auf. Das DWI hat dazu Maßnahmen wie einen digitalen Lagenatlas, die Plakatkampagne „Weine mit Herkunft“ in 30 Großstädten und einen neuen Imagefilm mit emotionalen Aufnahmen aus den 13 deutschen Weinanbaugebieten geplant.

Zum Abschluss machte Gerhard Retter – Sommelier und Betreiber der trendigen Cordobar in Berlin sowie der Fischerklause am Lütjensse – klar, dass die Region allein kein Alleinstellungsmerkmal darstellt: „Die Weinanbaugebiete müssen sich noch mehr durch individuelle Besonderheiten hervortun. Wobei euch hier die Nachhaltigkeit gesichert sein muss. Das Potential in Deutschland ist vorhanden: Böden, Lagen und gut ausgebildete Winzer.“ Sommeliers und Gastronomie sind wichtige Multiplikatoren, die von Winzern begeistert und mit Information versorgt werden sollten. Als Weingastronom sieht sich Retter als Sprachrohr für die Winzer und Weinregionen: „Klare Abgrenzungen und Geschmacksprofile machen es den Kunden leichter, sich im Weinsortiment zu orientieren.“

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